Bietet eine günstige Berufsunfähigkeits­versicherung ausreichenden Schutz?

Immer besteht das Risiko, dass Arbeitnehmer oder Selbstständige so krank werden, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Geschieht dies bereits in jungen Jahren, was häufiger vorkommt, als manche denken, dann kann der Berufsunfähige schnell vor dem Nichts stehen, wenn er sich nicht ausreichend abgesichert hat. Denn auf die Leistungen der Krankenversicherung kann in einem solchen Fall nicht vertraut werden. Experten sind daher der Meinung, dass es genauso wichtig ist, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, wie die Krankenversicherung. Der Nachteil hierbei ist, dass die BU vom Versicherten in der vollen Höhe selbst getragen werden muss. Doch bietet auch eine relativ günstige BU ausreichenden Schutz, um nach einer Berufsunfähigkeit noch voll am Leben teilnehmen zu können?

Berufsunfähigkeitsversicherung laut Experten wichtigste Versicherung

Nur etwa 57 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer besitzen eine Berufsunfähigkeitsversicherung, obwohl dies eine der wichtigsten Versicherungen ist und oft geraten wird, diese im Falle der Wahl einer privaten Altersvorsorge vorzuziehen. Denn in vielen Fällen erreicht ein Arbeitnehmer das Rentenalter gar nicht mehr arbeitend, da er vorher bereits berufsunfähig wurde.

Dies kann viele Gründen haben:

  • nach einer schweren, überstandenen Krankheit
  • nach einen Unfall jedweder Art
  • viele Arbeitnehmer in sitzender Tätigkeit erleiden einen Bandscheibenvorfall
  • andere Rücken- oder Gelenkprobleme

So muss bei dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht immer von dem Schlimmsten ausgegangen werden. Auch der Bewegungsapparat kann so geschädigt sein, dass ein Arbeitnehmer auch einen leichten Beruf in sitzender Tätigkeit nicht mehr ausüben kann. War die BU daher früher den Arbeitnehmern auf dem Bau oder bei anderen kräftezehrenden Arbeiten vorbehalten, so ist dies heutzutage schon lange nicht mehr der Fall. Kann ein Arbeitnehmer jedoch auch aus simplen Gründen seiner Arbeit nicht mehr nachgehen, dann zahlt die Rentenversicherung nur eine Erwerbsminderungsrente, die im Falle einer frühen Arbeitsunfähigkeit kaum ausreicht, um sich versorgen zu können.

Günstige Versicherung kann nur in jungen Jahren abgeschlossen werden

 Je nach Verdienst sollte auf jeden Fall auch die Höhe abgesichert werden, die für einen guten Lebensstandard ausreichend ist. Wichtig ist ebenso abzuklären, wie die abgeschlossene Versicherung die Berufsunfähigkeit definiert. Auch ist es wichtig, dass verschiedene Risiken abgesichert werden, nicht nur solche, die mit dem jeweiligen Beruf zu tun haben, die beruflichen Risiken sollten aber immer gesondert abgesichert sein.

Je früher eine BU abgeschlossen wird, also schon in jungen Jahren, desto günstiger fällt diese aus. Daher bietet in der Regel eine günstige BU mehr Schutz, da bei dem Abschluss die Risiken für Erkrankungen noch nicht so hoch waren und so mehr kranksheitsbedingte Ausfälle in den Vertrag mit aufgenommen werden können. Je mehr Krankheiten bereits in den älteren Jahren vorhanden sind, desto höher werden auch die Beiträge, in manchen Fällen wird der Abschluss sogar ganz abgelehnt.

Die Laufzeit ist entscheidend über die Beitragshöhe

Auch wird oft über die Länge der BU diskutiert, denn mittlerweile ist es so, dass die jüngeren Jahrgänge das Rentenalter erst mit 67 Jahren erreichen. Soll die Versicherung daher um zwei Jahre verlängert werden, dann werden höhere monatliche Beiträge fällig, die sich oft auf die Zeit der Einzahlungen gar nicht rechnen. Denn muss eine Angestellte im Büro monatlich etwa 10,00 Euro mehr zahlen und das über dreißig und mehr Jahre, rechnet sich diese Ausgabe nicht für die verlängerten zwei Jahre. Ein weiterer Minuspunkt für eine BU ist, dass diese nicht nach der Laufzeit die eingezahlten Beiträge wieder auszahlt. Sie ist wirklich einzig und allein für eine eingetretene Berufsunfähigkeit zahlungspflichtig. Das bedeutet aber auch für den Versicherten, die monatlich gezahlten Beiträge, die zwischen 40,00 und 80,00 Euro liegen können und das je nach Abschlussdatum und Laufzeit über 40 Jahre, verloren sind. So rechnet sich die BU häufig nur bei einem Arbeitnehmer, dem bereits in jungen Jahren eine Berufsunfähigkeit durch einen Arzt bescheinigt wurde. Doch das ist das Risiko, denn bei Abschluss weiß niemand, ob er eines Tages berufsunfähig sein wird oder nicht.